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Aktuelles

im AK Epol/HuHi

Fr├╝hjahrstagung: Anmeldung ge├Âffnet

Die Anmeldung zur Fr├╝hjahrstagung des AK Epol-HuHi vom 15.-16. Mai in Berlin in Kooperation mit Syspons ist noch bis zum 8. Mai 2024 unter folgendem Link m├Âglich: https://www.conftool.net/ak-epol-fjt24/index.php?page=login

Eine aktuelle Version des Programms finden Sie hier.


Save-the-Date: Fr├╝hjahrstagung 2024

Die Fr├╝hjahrstagung 2024 des AK Entwicklungspolitik und Humanit├Ąre Hilfe zum Thema Feministische Au├čen- und Entwicklungspolitik: Implikationen f├╝r Monitoring und Evaluierung wird vom 15.05-16.05.2024 in Berlin stattfinden. Merken Sie sich gern den Termin und den Ort bereits jetzt vor.

Weitere Informationen folgen zeitnah an dieser Stelle sowie ├╝ber die AK-Mailings und weitere Verteiler.

Bereits jetzt der Hinweis: Zum genannten Termin finden in Berlin verschiedene gr├Â├čere Veranstaltungen statt, weshalb die Verf├╝gbarkeit von nahe gelegenen Hotelzimmern knapp werden k├Ânnte. In unmittelbarer N├Ąhe zum Veranstaltungsort befindet sich das Motel One Berlin Mitte (Prinzenstra├če), wo wir ein begrenztes Zimmerkontingent reserviert haben (159,-ÔéČ/Nacht).   F├╝r eine Zimmerreservierung klicken Sie bitte auf folgenden Link: Zimmerreservierung DeGEval Fr├╝hjahrstagung 2024


"Mittendrin statt nur dabei! Partizipation in Monitoring & Evaluation"

Dokumentation der Fr├╝hjahrstagung 2023 des Arbeitskreises Entwicklungspolitik und Humanit├Ąre Hilfe

Die Fr├╝hjahrstagung fand am 20. und 21. Juni 2023 in Stuttgart an der Universit├Ąt Hohenheim statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit FAKT Consult for Management, Training and Technologies ausgerichtet, sowie von WebMo finanziell unterst├╝tzt.

Die Teilnehmer:innen der Tagung befassten sich mit der Bedeutung sowie den M├Âglichkeiten und Grenzen von Partizipation in Monitoring und Evaluation in der Entwicklungszusammenarbeit und humanit├Ąren Hilfe. Neben einer theoretischen Herleitung und Begriffskl├Ąrung wurde der Frage nachgegangen, wie Partizipation in verschiedenen Phasen von Evaluation und Monitoring von Vorhaben konkret ausgestaltet werden kann, welche Erfahrungen es mit dem Einsatz unterschiedlicher Evaluationsans├Ątze und Methoden gibt und wo Herausforderungen sowie Potenziale f├╝r Partizipation bestehen.

Dienstag, 20. Juni 2023

Yvonne Zahumensky (Forschungszentrum f├╝r Globale Ern├Ąhrungssicherung und ├ľkosysteme der Universit├Ąt Hohenheim (GFE)), Christine Lottje (FAKT) und Sprecherin des AK-Epol-HuHi Kirsten Vorwerk (DEval) begr├╝├čten zun├Ąchst die Teilnehmer:innen der Fr├╝hjahrestagung.

 

11:30 ÔÇô 12:15 Participatory Evaluation: An Introduction, Marina Apgar (IDS)

Marina Apgar vom Institute of Development Studies (IDS) f├╝hrte in die Veranstaltung mit einem theoretischen Input zu Partizipation in Evaluation ein. Dabei ging sie auf die Bedeutung von partizipativer Evaluation im Kontext der Debatte um Dekolonialisierung und Lokalisierung ein. Zudem brachte sie wesentliche Fragen zum Thema Partizipation in Evaluation und Monitoring auf die Agenda: Wer soll eingebunden werden und warum? An welchen Stellen sollen die Menschen eingebunden werden? Wie teilt man das Eigentum/die Ergebnisse? Wer hat die Macht im Evaluationsprozess? In Bezug auf die letzte Frage zeigte sie verschiedene Formen von Macht (sichtbare, verborgene und unsichtbare Macht) auf und regte dazu an, diese im Evaluierungsprozess zu reflektieren. Die Einbeziehung der Erfahrungen und Geschichten von Beteiligten und Betroffenen sei ein wichtiger Aspekt, um unterschiedliche ÔÇ×WahrheitenÔÇť zu erfassen. Daf├╝r verwies sie auf die Verwendung verschiedener Methoden.

Ein Beitrag von Marina Apgar ├╝ber die Tagung findet sich auf der IDS Homepage.

 

12:15 ÔÇô 14:30 Stationen Caf├ę: Wann ist wie viel Partizipation in Evaluation m├Âglich und sinnvoll?

An verschiedenen Stationen wurde in Gruppenarbeiten die Frage ÔÇ×Wann ist wie viel Partizipation in Evaluation m├Âglich und sinnvoll?ÔÇť f├╝r unterschiedliche Phasen der Evaluierung betrachtet. Nach dem Mittagessen bestand Zeit durch die einzelnen Stationen zu schlendern, um sich die Ergebnisse anzuschauen.

 

14:30 ÔÇô 15:15 Participatory Impact Assessment by communities with the PRA-based MAPP Approach, Regine Parkes (FAKT Consult for Management, Training and Technologies)

Regine Parkes von FAKT pr├Ąsentierte den partizipativen MAPP-Ansatz (Method for Impact Assessment of Programmes and Projects). Nachdem sie den Entstehungsprozess sowie Hintergrund der Methode pr├Ąsentierte, stellte sie die einzelnen Schritte bzw. Tools vor. Die Methode wurde von Susanne Neubert entwickelt. MAPP ist ein methodischer Ansatz, der eine Reihe von partizipativen Instrumenten zur Identifizierung und Messung von Ver├Ąnderungen in Projekten inkludiert. Im Fokus stehen Gruppendiskussionen. Regine Parkes wies darauf hin, dass MAPP in Kombination mit weiteren Methoden verwendet werden sollte.

 

15:15 ÔÇô 16:45 Barcamp-Methode: Vorstellung sowie Themensammlung

Der Nachmittag des ersten Tages der Tagung wurde mit Gruppenarbeiten im Rahmen der Barcamp-Methode gef├╝llt. Nikolai Hergt (freier Evaluator und Berater), Sprecher des AK-Epol-HuHi, stellte die Methode und Vorgehensweise vor. Dem Tagungsthema entsprechend handelt es sich dabei um eine partizipative Methode, die den Teilnehmer:innen die M├Âglichkeit bot, zus├Ątzlich zu den im Programm bereits festgelegten Themen eigene Themenvorschl├Ąge f├╝r die Gruppenarbeit einzubringen.

Nach einer Abstimmung zu den Themen gab es sechs Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen, in zwei Runden zu je 45 Minuten.

 

16:45 ÔÇô 17:30 Barcamp-Arbeitsgruppen ÔÇô Runde 1

  • Gruppe 1: G├╝tekriterien f├╝r Monitoring, Referentinnen: Susanne von Jan (smep-consult) und Marie-Carin von Gumppenberg (freie Beraterin und Evaluatorin)

Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe wurden die neuen G├╝tekriterien f├╝r Monitoring sowie das dazu von der Arbeitsgruppe ÔÇ×MonitoringÔÇť des AK-Epol-HuHi ver├Âffentlichte Arbeitspapier vorgestellt und diskutiert.

  • Gruppe 2: Meaningful participation in evaluation of long and complex impact pathways, Referentinnen: Adinda Van Hemelrijck und Eva Wuyts (beide Collaborative Impact)

Anhand eines Beispiels stellten die beiden Referentinnen vor, bei welchen Schritten in komplexen Evaluationen Partizipation m├Âglich und sinnvoll ist. Dabei wurden Fragen aus der Key Note aufgegriffen: Wer wird einbezogen und warum, von wem, wer berichtet und profitiert am Ende? Unter anderem wurden Aspekte der Dekolonialisierung und Deinstrumentalisierung diskutiert.

Ein Ergebnis der Diskussion war, dass es aufgrund begrenzter Zeit und Ressourcen meist nicht m├Âglich ist, eine komplette Evaluation partizipativ zu gestalten. Daher sollte bereits im Vorfeld der Evaluierung ├╝berlegt werden, zu welchem Zeitpunkt partizipativ gearbeitet wird. Zudem wurde auf Literatur zum Thema hingewiesen.

  • Gruppe 3: Weitere Einf├╝hrung in die MAPP-Methode, Referent:innen: Regine Parkes und Bernward Causemann (beide FAKT Consult for Management, Training and Technologies)

Das Barcamp wurde genutzt, um offene Fragen zur zuvor vorgestellten MAPP-Methode zu kl├Ąren, sowie diese detaillierter zu besprechen. Betont wurde, dass MAPP als Teil eines Methodenmix verstanden werden sollte. Innerhalb der Gruppe fand unter anderem ein Austausch ├╝ber die Wichtigkeit der Zusammensetzung der Gruppen, welche partizipieren, statt.

 

17:30 ÔÇô 18:15 Barcamp-Arbeitsgruppe ÔÇô Runde 2

  • Gruppe 4: Conditions for success in participatory evaluation - conceptual examples and empirical experience from development education and awareness raising (DEAR), Referent:innen: Bernward Causemann (FAKT Consult for Management, Training and Technologies) und Susanne H├Âck (selbst├Ąndige Evaluatorin, Beraterin und Trainerin)

In dieser Gruppe wurde eine Evaluation im Bereich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit vorgestellt, die in hohem Ma├če partizipativ durchgef├╝hrt wurde. Unter dem Einsatz unterschiedlicher Methoden wurde Partizipation in der Planung, Durchf├╝hrung und Analysephase der Evaluation erm├Âglicht. Dabei wurde auf die drei Dimensionen von Partizipation nach Daigneault et al. eingegangen: Ausma├č der Beteiligung, Vielfalt der Teilnehmer:innen und Kontrolle ├╝ber den Evaluationsprozess (Daigneault et al. 2012). Die beiden Referent:innen erl├Ąuterten die einzelnen Methoden und veranschaulichten, wie Partizipation die Validit├Ąt von Ergebnissen st├Ąrken kann.

  • Gruppe 5: Participation of children & youth / children led participation experiences, challenges, best-practices? Organisatorin: Verena Himmelreich (Kindernothilfe)

Im Barcamp erfolgte ein Austausch zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Evaluierungen (siehe z. B. Dialogue Works) und damit verbundenen Methoden, Herausforderungen und ethischen Fragestellungen. Einigkeit bestand dar├╝ber, dass Kinder und Jugendliche einerseits durch die Partizipation in Evaluation ÔÇ×empowertÔÇŁ werden k├Ânnen. Andererseits kann das Erz├Ąhlen von beispielsweise Gewalterfahrung retraumatisierend wirken. Diskutiert wurden auch die in der Key Note angesprochenen Formen von Macht.

  • Gruppe 6: What is bricolage? Marina Apgar (Institute of Development Studies (IDS))

Die Gruppe setzte sich mit dem Thema ÔÇ×BricolageÔÇť auseinander. Marina Apgar stellte hierbei die Ergebnisse einer Studie vor, in der - basierend auf einer strukturierten Analyse von 33 qualitativen Methoden - die Anwendung unterschiedlicher Multimethoden-Designs diskutiert wird, um die Rigorosit├Ąt von komplexen Evaluierungen zu erh├Âhen. Ein Austausch erfolgte insbesondere zu der Frage, inwieweit die Kombination unterschiedlicher Methoden in der Praxis bereits erfolgt und wie diese systematischer gestaltet werden kann.

 

18:15 ÔÇô 18:45 Barcamp-Methode: Berichte aus den Barcamp-Gruppen

Als Abschluss f├╝r den Tag wurden die Ergebnisse bzw. wichtigsten Punkte aus den Barcamp-Gruppen zusammengetragen.


Mittwoch, 21. Juni 2023

09:00ÔÇô 10:45 Begr├╝├čung und Werkstattgespr├Ąche

Nach der Begr├╝├čung durch Thorsten B├Ąr, Sprecher des AK-Epol-HuHi (World Vision Deutschland) konnten die Teilnehmer:innen zwischen drei unterschiedlichen Werkstattgespr├Ąchen w├Ąhlen.

 

1. Partizipative Methoden in der Evaluierung.

Participatory Impact Assessment & Learning Approach (PIALA). Referentinnen: Adinda Van Hemelrijck, Eva Wuyts (beide Collaborative Impact)

PIALA ÔÇ×[i]tÔÇÖs an APPROACH for combining methods (not a particular method) to ASSESS for learning and increasing value (not just to evaluate/judge) of progress and contribution towards COLLECTIVE IMPACT as system change (beyond attribution / individual impact) using PARTICIPATORY processes to co-generate knowledge (not to extract data)ÔÇŁ (vgl. Pr├Ąsentation Folie 4).

PIALA umfasst f├╝nf adaptive methodische Elemente, die w├Ąhrend verschiedener Evaluationsphasen, in denen jeweils Design-Entscheidungen getroffen werden m├╝ssen, angewendet, sowie von den Qualit├Ątsstandards Rigorosit├Ąt, Inklusion und Machbarkeit eingerahmt werden. Dies erm├Âglicht eine systematische Strukturierung und Entscheidung hinsichtlich des Grads von Partizipation. Die Referentinnen erl├Ąuterten wesentliche Aspekte inklusiver und bedeutsamer Partizipation, stellten verschiedene partizipative Methoden vor und gingen auf die Grenzen des Ansatzes ein. Nach einer Einf├╝hrung zum methodischen Ansatz von PIALA erprobten die Teilnehmer:innen den Ansatz anhand von Beispielen in Kleingruppen.

Im Rahmen der Fishbowl (siehe unten) wurde PIALA als sehr gutes Beispiel f├╝r ein strukturiertes Evaluationsdesign sowie die Anwendung von ÔÇ×BricolageÔÇť bewertet. Dieser Ansatz verdeutlicht, dass Partizipation im gesamten Evaluationsprozess reflektiert werden sollte.

 

2. Partizipation in der humanit├Ąren Hilfe.

  • Einf├╝hrung: Wie definiert sich Partizipation in der humanit├Ąren Hilfe, Referent: Marc Herzog (World Vision Deutschland e. V.)
  • Bedeutung von Partizipation in der Arbeit bei Malteser International, Referent: Julian Fellendorf (Malteser International)
  • Experiences in participatory monitoring, Referentin: Alice van Caubergh (Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.)

Das Werkstattgespr├Ąch wurde von Marc Herzog geleitet. Er begann mit einer Einf├╝hrung in das Thema und stellte vor, wie Partizipation im humanit├Ąren Sektor operationalisiert und gestaltet werden kann. Marc Herzog hob hervor, dass Geber und Hilfsorganisationen sich daf├╝r einsetzen sollten, dass die Stimmen der am meisten gef├Ąhrdeten Gruppen unter Ber├╝cksichtigung von Geschlecht, Alter, ethnischer Zugeh├Ârigkeit, Sprache und besonderen Bed├╝rfnissen geh├Ârt und ber├╝cksichtigt werden. Anschlie├čend pr├Ąsentierten Julian Fellendorf und Alice van Caubergh Beispiele aus ihrer Arbeit bei Malteser International und Johanniter-Unfall-Hilfe.

Im Rahmen der Fishbowl (siehe unten) wurde als zentrales Ergebnis dieses Werkstattgespr├Ąchs hervorgehoben, dass Partizipation ein Prozess ist. Der humanit├Ąre Hilfe-Sektor hingegen ist sehr technisch und diagnostisch. Partizipation braucht jedoch Energie, Zeit und Engagement. Hierzu sind Vertrauen, Verpflichtung und Organisationen, die l├Ąngerfristig aktiv und gewillt sind in den Prozess einzusteigen, notwendig. Ein partizipativer Ansatz in diesem Bereich w├Ąre eine Ver├Ąnderung, die bisher noch nicht stattgefunden hat.

 

3. Partizipation im Monitoring.

  • Monitoring als Empowerment-Ansatz, Referentin: Karola Block (freie Organisationsberaterin und Evaluatorin)
  • Partizipatives Wirkungsmonitoring mit NGO-IDEAs: Wunschdenken, Annahmen und Voraussetzungen? Referentin: Dagny Skarwan (freie Beraterin und Evaluatorin)

Anhand eines Rollenspiels erprobten die Teilnehmer:innen eine partizipative Vorgehensweise im Rahmen von Monitoring. Die ├╝bergreifende Frage war, wie das Monitoring lokaler/kommunaler Aktivit├Ąten von Gruppen gestaltbar ist. Nach einer kurzen Einf├╝hrung in die Situation wurden verschiedene Fragen beantwortet. Im Anschluss wurde das Erlebte diskutiert und analysiert. Als Fazit ist festzuhalten, dass die Erhebung von Monitoringdaten zwar im Vordergrund steht, durch den vorgestellten Ansatz aber zus├Ątzlich Partizipation gef├Ârdert wird. Zudem war mehr Ownership durch diesen Gruppenprozess beobachtbar.

Im zweiten Teil des Werkstattgespr├Ąchs wurde NGO-IDEAS vorgestellt. IDEAS bedeutet Impact on Development, Empowerment and Actions. Bei diesem Monitoring-Ansatz steht das Lernen und nicht die Rechenschaftslegung im Vordergrund. Daf├╝r werden qualitative und quantitative Methoden kombiniert. Der Ansatz erm├Âglicht es lokalen Gruppen ihre gemeinsamen Ziele zu erkennen und die Umsetzung zu ├╝berpr├╝fen. Dies soll Selbstwirksamkeitserfahrungen schaffen. NGO-IDEAS muss fr├╝hzeitig im Projektzyklus eingesetzt werden, bevor die Ziele festgelegt sind. Wichtig sei es, die Ergebnisse zu dokumentieren und zu sichern sowie den Beteiligten Zugang dazu zu schaffen. Zudem m├╝ssten die verf├╝gbaren Kapazit├Ąten gekl├Ąrt und Trainings zu den Methoden angeboten werden.

Im Rahmen der Fishbowl wurde hervorgehoben, dass es bei partizipativem Monitoring wichtig sei, die Ziele und Kriterien der Teilnehmer:innen zu verwenden, auch wenn diese nicht mit der urspr├╝nglichen Planung ├╝bereinstimmen. Aufgrund des Perspektivwechsel sei die verwendete Methode sehr relevant.

 

11:00 ÔÇô 12:15 Fishbowl: Lernerfahrung, Zusammenfassung und Ausblick

Die Fr├╝hjahrstagung endete mit einer Fishbowl-Diskussion. Feste Teilnehmer:innen waren Marina Apgar, Susanne von Jan und Marc Herzog, die zun├Ąchst aus den Werkstattgespr├Ąchen berichteten (siehe oben).

In der weiteren Diskussion wurde unter anderem auf die Rahmenbedingungen von Evaluationen eingegangen. Enge Rahmenbedingungen f├╝hrten aus Sicht der Beteiligten dazu, dass Partizipation in Evaluation und Monitoring nur eingeschr├Ąnkt m├Âglich ist. Einerseits m├╝ssten bestehende Grenzen anerkannt, gleichzeitig aber auch Ver├Ąnderungen angestrebt werden. Flexibilit├Ąt k├Ânne durch den Verweis auf bestehende Positionspapiere und Richtlinien erh├Âht werden. Hervorgehoben wurde, dass nicht nur aufgrund der Rechenschaftspflicht gegen├╝ber dem Geber evaluiert wird.

Als ein wesentliches Ergebnis der Tagung wurde festgehalten, dass Partizipation im gesamten Projektzyklus von Bedeutung ist. Dabei m├╝sse sich die Frage gestellt werden, wer partizipiert und wie repr├Ąsentativ der ausgew├Ąhlte Personenkreis ist. Hier werden die drei Dimensionen von Partizipation nach Daigneault et al. deutlich: Ausma├č der Beteiligung, Vielfalt der Teilnehmer:innen und Kontrolle ├╝ber den Evaluationsprozess (Daigneault et al. 2012).

Ein Lernerfolg der Tagung ist, dass Partizipation tiefgehendes Wissen erm├Âglicht. Partizipative Ans├Ątze in der Entwicklungszusammenarbeit k├Ânnen auch in der humanit├Ąren Hilfe genutzt werden. Wichtig ist dabei die Verbindung von Theorie und Praxis. Dazu z├Ąhlt auch ein Austausch ├╝ber Ethik, Absicherung und Vertrauen. Zudem gilt es, die unterschiedlichen Formen von Macht zu reflektieren und aufzubrechen. Dies kann durch Partizipation, vor allem in der Entscheidungsfindung, geschehen.

 

12:15 ÔÇô 13:15 Mittagsimbiss, Ende der Tagung


Fr├╝hjahrstagung 2023 vom 20. bis 21. Juni 2023 in Stuttgart, ausgerichtet gemeinsam mit FAKT

Mittendrin statt nur dabei! Partizipation in M&E

Partizipation ist ein wesentliches Element zahlreicher Evaluationsans├Ątze, wobei Art und Umfang der Partizipation stark variiert. Insbesondere bei der Frage nach dem Nutzen von Evaluation wird der Beteiligung von Interessensgruppen eine wichtige Rolle zugeschrieben: Durch die Mitwirkung der Betroffenen und Beteiligten wird eine h├Âhere Akzeptanz und letztlich bessere Nutzung der Evaluationsergebnisse angestrebt. Je nach Ziel, Gegenstand und Evaluationsansatz kann die Ausgestaltung von Partizipation sehr unterschiedlich ausfallen und eine umfassende Einbindung unterschiedlicher Interessengruppen in allen Phasen der Evaluation oder auch lediglich die Einbindung spezifischer Gruppen zu einem bestimmten Zeitpunkt beinhalten. Eine Konzeptionalisierung von Partizipation, die Daigneault et al. f├╝r die Bewertung von partizipativer Evaluation zugrunde legen, unterscheidet drei wesentliche Dimensionen von Partizipation: Ausma├č der Beteiligung, Vielfalt der Teilnehmer und Kontrolle ├╝ber den Evaluationsprozess (Daigneault et al. 2012).

Im Rahmen der Fr├╝hjahrstagung werden wir uns mit der Bedeutung sowie den M├Âglichkeiten und Grenzen von Partizipation in Monitoring und Evaluation in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanit├Ąren Hilfe befassen. Neben einer theoretischen Herleitung und Begriffskl├Ąrung m├Âchten wir insbesondere der Frage nachgehen, wie Partizipation in verschiedenen Phasen von Evaluation sowie im Monitoring von Vorhaben konkret ausgestaltet werden kann, welche Erfahrungen es mit dem Einsatz unterschiedlicher Evaluationsans├Ątze und Methoden gibt und wo Herausforderungen sowie Potenziale f├╝r Partizipation bestehen.

Au├čerdem werden wir Partizipation auch ganz praktisch anwenden: Die Teilnehmer:innen der Tagung werden die Gelegenheit bekommen, einen Teil der Tagung durch eigene Inputs mitzugestalten.

Bitte beachten Sie, dass manche Vortr├Ąge in englischer Sprache gehalten werden, ohne ├ťbersetzung.

>> Zum Programm (PDF)