Aktuelles
im AK Gender Mainstreaming
Gemeinsamer Workshop des AK Gender Mainstreaming mit der Bundesstiftung Gleichstellung
Aufbauend auf unserer Session bei der DeGEval-Jahrestagung in Frankfurt (siehe unten) freuen wir uns, Sie/Euch gemeinsam mit der Bundesstiftung Gleichstellung zu folgendem Workshop einzuladen:
- Thema: Gemeinsam stark für Gleichstellung: Zukunftschancen an der Schnittstelle von Evaluation und Gleichstellung
- Datum und Uhrzeit: Donnerstag, 10. Dezember 2026, 13:00 - 18:00 Uhr
- Ort: Bundesstiftung Gleichstellung, Karl-Liebknecht-Str. 34, 10178 Berlin
- Anmeldung: bis zum 04.12. online möglich: Jetzt anmelden!
- Weitere Informationen finden Sie bereits unter folgendem Link: https://www.bundesstiftung-gleichstellung.de/offenes-haus-kalender/gemeinsam-stark-fuer-gleichstellung-zukunftschancen-an-der-schnittstelle-von-evaluation-und-gleichstellung/
Gemeinsam wollen wir:
- Evaluation als Werkzeug von Gleichstellungsarbeit reflektieren,
- unterschiedliche Erfahrungen austauschen, Gleichgesinnte vernetzen und stärken und
- konkrete Beispiele und deren Übertragbarkeit auf die eigene Situation diskutieren.
Für Stärkung sorgen: Unsere Impulse, Ihr Engagement und ein kleines Buffet.
Wir freuen uns auf Euch!
Bericht zur Session bei der DeGEval-Jahrestagung in Frankfurt
Gender Mainstreaming ist ein Qualitätsmerkmal für Evaluationen geworden, denn die systematische Analyse geschlechtsspezifischer Ungleichsstrukturen ist untrennbar mit Grundprinzipien guter Evaluation verbunden. Doch während Gender Mainstreaming in Leitfäden und Förderrichtlinien längst verankert ist, führen aktuelle Entwicklungen – wie Haushaltskürzungen, Forderungen nach Bürokratieabbau, politischer Widerstand gegen Gleichstellung sowie neue Anforderungen an Diversität und strukturellen Wandel – zu großen Herausforderungen für Evaluierende.
In unserem offenen Dialog haben wir unsere Erfahrungen reflektiert (siehe auch https://www.degeval.org/jahrestagungen/2026-frankfurt/programm/ Session C1 Do. 24.09. 16:30-18:30).
- Haben sich Ausschreibungen für Evaluationen verändert – und wenn ja, wie? (Bezüglich Ansprechpartner:innen, inhaltlichem Fokus, Zeit, Budget...)
Für die meisten der Teilnehmenden haben sich Ausschreibungen noch nicht verändert. Manche haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass es weniger Ausschreibungen gibt und die Komplexität der Ausschreibungen gestiegen ist (d. h. die Erwartungen steigen, wie umfassend durch Evaluationen Fragen beantwortet werden sollen – bei gleichbleibenden oder sinkenden Budgets).
Es wird auch berichtet, dass die Ressourcen für Projektentwicklung und Projektmonitoring tendenziell sinken, d. h. die Datenlage wird sich verschlechtern. Auch die Möglichkeiten der sprachlichen Berücksichtigung von Gender sind in manchen Bundesländern unter Druck geraten.
Während in größeren Organisationen diese Veränderungen oft noch nicht spürbar sind, zeigt sich andernorts, dass Strukturen und Personalressourcen, die Gleichstellungsthemen gewidmet sind, wieder abgebaut werden.
Insbesondere wurden bereits Förderungen für Projekte von NGOs reduziert, die sich für benachteiligte Personen einsetzen. Dies wird sich in weiterer Folge auch auf Evaluationen auswirken.
- Welche Rolle spielt eine differenzierte Analyse der Stakeholder:innen in unseren Evaluationen?
- Vor allem für Evaluierungen in der Entwicklungszusammenarbeit ist dies Standard und es werden auch laufend Methoden entwickelt und eingesetzt, die nicht nur einer differenzierten Analyse von Stakeholder:innen dient, sondern auch der Beteiligung der Betroffenen, auch bei geringen Budgetmitteln. Es wird angenommen, dass die Bedeutung von intersektionalen Zugängen in Zukunft weiter steigen wird.
- In anderen Evaluationsfeldern liegt es nach der Erfahrung der Teilnehmenden oft an den Evaluierenden, auf die Relevanz einer differenzierten Analyse hinzuweisen.
- Wie gehen wir mit diesen Anforderungen um? Was hilft uns, die Qualität unserer Evaluationen zu sichern? – Die Zugangsweisen sind unterschiedlich.
- Einige Teilnehmende berichten, dass sie ihr Portfolio geändert haben und weniger Evaluationen umsetzen.
- Für manche Teilnehmende ist GM bzw. eine differenzierte Analyse der Stakeholder:innen für die Qualität von Evaluationen unverzichtbar und wird einfach eingebracht. – Wobei dies wiederum bei bestimmten zeitlichen und budgetären Rahmenbedingungen für andere nicht immer machbar ist.
- Für andere sind dies Fragestellungen, die erst auf sie zukommen und für die es noch keine klare Antwort gibt.
- Soll es den AK GM in der DeGEval weiterhin geben? Wenn ja, wie sind die Aufgaben zu sehen?
Die Sprecherinnen des AK GM werden ihre Aufgabe nicht länger wahrnehmen können und es wurde noch keine Nachfolge gefunden- Als wichtiger Startpunkt für eine stärkere Berücksichtigung der Genderdimension in Evaluationen wird ein verstärkter Austausch mit dem AK Methoden gesehen.
- Als Querschnittsthema und Qualitätskriterium für Evaluationen sollte GM integraler Bestandteil aller AKs sein. Zusätzlich ist es wichtig, dass der AK GM hierfür die Basis liefert.
- Es bedarf nicht zwingend neuer Themen: das, was der AK GM erarbeitet hat, könnte weiter in Kooperation mit anderen AKs bekannt gemacht, weiterentwickelt und integriert werden. Beispiele, die in den letzten Jahren bereits umgesetzt wurden und an denen angeknüpft werden kann, sind
- der Leitfaden für Gender- und Diversitätsensible Ausschreibungen von Evaluationen, welcher bei den Frühjahrestagungen des AK Umwelt und des AK EPOL-HUHI (Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe) vorgestellt wurde (Grasenick et al., 2024 https://repository.fteval.at/id/eprint/704)
- das Weiterbildungsmodul, das bei den DeGEval-Jahrestagungen 2020 und 2021 umgesetzt und in Kooperation mit der fteval in deren Weiterbildung 2023-2025 integriert und weitergeführt wurde (https://fteval.at/trainingsangebot-2025/)
- die Planungshilfe „Geschlecht und Geschlechtervielfalt in der Evaluation“, die auch in Lunch Talks vorgestellt wurde, mit über den AK GM hinausgehenden interessierten Teilnehmenden (Lipinsky et al. 2025, https://doi.org/10.31244/zfe.2025.01.16)
- Der AK GM könnte verstärkt Berichte und Empfehlungen der OECD, der UN, des EPF etc. aufgreifen und in Kooperation mit weiteren AKs reflektieren.
- Eine Reflexion über GM, Chancengleichheit innerhalb der DeGEval wäre ebenfalls erstrebenswert. Eine Grundlage könnte eine Analyse von Keynotes bei den Jahrestagungen sowie der Publikationen im Journal sein.
Der Leitfaden „Gender- und Diversitätssensible Ausschreibungen von Evaluationen“ steht zu Ihrer/Deiner Verfügung. Er bietet konkrete Anhaltspunkte für
- eine systematische Berücksichtigung von Gender und Diversität in Ausschreibungen,
- eine Muster-Vorlage für die Formulierung der sogenannten Terms of Reference (ToR) sowie
- einige Erläuterungen zu Begriffen und weiterführender Literatur.
Selbstverständlich freut sich der Arbeitskreis Gender Mainstreaming auch weiterhin über Anregungen und wird sie, sofern umfassend genug, auch für eine zukünftige Fassung 2024 wieder berücksichtigen.
Session im Rahmen der Jahrestagung 2023 in Magdeburg
Gleichstellungsstrategien wirken als Steuerungsinstrumente in zahlreichen Politikfeldern und auf unterschiedlichen Ebenen: Auf europäischer Ebene, beispielsweise in der Forschungsförderung der Europäischen Union, auf nationaler Ebene (z.B. ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie der deutschen Bundesregierung, oder der Aufbau von Genderkompetenz im Hochschulsektor), aber auch auf der Ebene der Bundesländer (z.B. Gleichstellungspolitische Rahmenprogramme bzw. Landesprogramme in Sachsen-Anhalt, im Land Berlin oder im Land Hamburg) oder kommunaler Ebene (Aktionspläne im Rahmen der Europäischen Charta für Gleichstellung). Auch Organisationen geben sich Gleichstellungsstrategien (z.B. UNDP oder die Arbeiterwohlfahrt).
Im Sinne eines Steuerungszyklus basieren viele der Strategien auf der Analyse von Monitoringdaten beziehungsweise den entsprechenden Berichten, die oftmals wichtige Grundlagen für politische Entscheidungen aufbereiten. Angesichts aktueller Gleichstellungsthemen, beispielsweise der Berücksichtigung von Geschlechtervielfalt, von Genderkompetenz oder von intersektionalen Ungleichheiten, stehen Evaluation und Monitoring in einem Praxisdilemma. Denn Datenlücken („gender and intersectionality data gaps“), fehlende Indikatoren oder kleine Fallzahlen erschweren oft eine angemessene Berücksichtigung.
Allerdings werden diese Strategien beziehungsweise die zugehörigen Ziele und Indikatoren wie auch die tatsächlichen Umsetzungsprozesse und Wirkungen nur selten evaluiert. Dies, so die These, liegt zum einen an der Qualität mancher Strategien selbst, aber auch an Lücken in den Steuerungszyklen, wenn es darum geht, immer wieder auf Evidenz zurückzugreifen. So werden die (inzwischen drei) Gleichstellungsberichte aus Deutschland zwar “bilanziert”, aber inwieweit diese Bilanz orientierend im weiteren Verlauf von Analyse, Umsetzung, Monitoring und Evaluierung wirken kann, bleibt offen. Es wäre im Sinne eines politisch informierten Steuerungszyklus’ erstrebenswert, gleichstellungspolitische Steuerungsprozesse noch stärker auf soliden Daten und Analysen, präzisen Zielen, passender Indikatorik aufbauen zu lassen.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit kurzen Impulsvorträgen und einer anschließenden moderierten Diskussion mit den Teilnehmenden sollen verschiedene Beispiele gleichstellungspolitischer evidenzbasierter Steuerung vorgestellt und verglichen werden. Es könnten hieraus Qualitätsstandards für die Strategien und deren Umsetzung entwickelt werden. Impulsgeberinnen sind:
- Dr. Angela Wroblewski (IHS - Institut für Höhere Studien)
- Dr. Anke Lipinsky (GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften)
- Dr. Regina Frey (GIG - Gender-Institut für Gleichstellungsforschung)
- Dr. Irene Pimminger (sozialwissenschaftliche Forschung & Beratung)
Moderation: Dr. Karin Grasenick (convelop cooperative knowledge design gmbh)
Neues Format: "Meet & Greet"
Ab dem 6. Juli 2023 um 13:00 Uhr gibt es einen offenen Austausch zu allem, was den AK-Mitgliedern wichtig ist sowie weiteren Informationen und aktuellen Entwicklungen. Im Vordergrund steht der offene Austausch. Unsere Themen sind:
- aktueller Stand des Leitfadens zur Formulierung von Ausschreibungen, über den wir in der DeGEval-Zeitschrift berichten wollen,
- die Entwicklung der AG zu Geschlechtervielfalt,
- die Beiträge zur 26. DeGEval Jahrestagung (13.-15. September 2023 in Magdeburg). Hinweis: Es wird auch ein Treffen des AK GM geben!
- Session im Rahmen der Jahrestagung 2023: "Vollkommen unvollkommen: Gleichstellungsstrategien als Mittel der evidenzbasierten Steuerung?"
Bei Interesse bitte eine Mail an karin.grasenick-at-convelop.at
Einladung zur Mitarbeit an einem Leitfaden zur Formulierung von Ausschreibungen
Evaluierende und beauftragende Organisationen diskutieren oft über die Qualität von Ausschreibungen. Während die Standards für Evaluierungen einen grundlegenden Rahmen schaffen, stellt sich oft die Frage, wie Ausschreibungen einerseits Anforderungen und Erwartungen klar genug beschreiben und andererseits ausreichend Freiräume für die Entwicklung und Gestaltung des Angebotes bieten. Eine Komponente, die wesentlich zur Qualität und Nutzen von Ergebnissen beiträgt, ist eine differenzierte Berücksichtigung der Anspruchsgruppen und Wirkungen. Eine qualitativ hochwertige Evaluierung berücksichtigt gender-spezifische Unterschiede inklusive deren Wechselwirkungen mit weiteren Merkmalen.
Der Arbeitskreis Gender Mainstreaming lädt ein, an der Finalisierung eines Leitfadens zur Formulierung von Ausschreibungen mitzuwirken. Konkret ist dies möglich online am 6. Juli 2023 um 13:00 Uhr sowie am 2. August 2023 um 16:00 Uhr und abschließend bei der Jahrestagung der DeGEval in Magdeburg, bei der der Leitfaden im Arbeitskreistreffen nochmals reflektiert wird. Interessierte wenden sich an Karin Grasenick (Sprecherin des AK Gender Mainstreaming), um den Link zum Dokument und zu den Online-Meetings zu erhalten.
>> Mail an Karin Grasenick: karin.grasenick-at-convelop.at

