Sie sind hier:Home»Arbeitskreise»Umwelt»Aktuelles

Aktuelles

AK Umweltbereich umbenannt in AK Umwelt

Neuigkeiten von der Jahrestagung 2017 in Mainz

Im Rahmen der Jahrestagung der DeGEval in Mainz fand auch die Mitgliederversammlung statt. Bei dieser Gelegenheit wurde der ehemalig AK Umweltbereich in nun AK Umwelt umbenannt. Gleichzeitig ein aktuelles Mission Statement verabschiedet. Der Text eines früheren Mission-Statements liess sich auf Basis der vorhandenen Unterlagen nicht ermitteln.

Zuletzt geändert: 22. Oktober 2017

Session des AK Umwelt auf der DeGEval Jahrestagung

Evaluation von Zukünften im Umweltbereich

Auf der Jahrestagung der DeGEval 2017 in Mainz organisierte der AK Umwelt eine Session unter dem Titel "Evaluation von Zukünften im Umweltbereich". Diskutiert wurde die Frage, was Evaluation und Evaluierende im Themenbereich Umwelt beitragen können, um die Güte dieser Zukunftsbetrachtungen zu verbessern. Zwei Inputreferate aus der Schweiz und eines aus Deutschland bereiteten den thematischen Rahmen.

Hier finden Sie die Folien zu den Vorträgen.

1. Evaluation der prospektiven Folgenabschätzungen von umweltrelevanten Gesetzesentwürfen

Alkuin Kölliker, Eidgenössiche Finanzkontrolle, Bern

Im Februar 2017 hat die Eidgenössiche Finanzkontrolle eine Evaluation der prospektiven Folgenabschätzungen von Gesetzesentwürfen publiziert. Die Regulierungsfolgenabschätzung muss stets auch eine Aussage über die Auswirkung der geplanten Regulierung auf die Umwelt und die Gesellschaft enthalten. Die Evaluation hat gezeigt, dass nur 44% der Verwaltungseinheiten des Bundes ihr für diese Abschätzungen zuständigen Mitarbeitenden für entsprechende Schulungen angemeldet haben. Die Stichprobe ergab, dass bis zu 30 % der Botschaften den festgelegten Standards nicht genügen. Im Hinblick auf die Abschätzung der Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft genügten nur 30% der Vorlagen den Mindestanforderungen. Oft werden Alternativlösungen zu spät oder gar nicht in Erwägung gezogen. Sie sollten aber schon in der Konzeptphase einfliessen.

2. Ex-ante-Evaluationen sind Elemente von Umweltprüfverfahren, sind sie auch zuverlässig und tauglich?

Reinhard Zweidler, FHNW Hochschule für Technik, Brugg

Umweltverträglichkeitsprüfungen, Volkswirtschaftliche Beurteilungen von Umweltmassnahmen (VOBU), Störfallanalysen, Raumplanungsverfahren sollten die Auswirkungen von Plänen, Massnahmen oder konkreten Vorhaben auf Mensch und Umwelt möglichst präzise voraussagen. Bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen müssten die Auswirkungen eines konkreten Vorhabens prognostiziert werden, wobei für die Abschätzung der Umweltbelastung nicht nur die Kenntnis des untersuchten Vorhabens nötig wäre, sondern auch jene der geplanten Entwicklungen in seinem Einwirkungsbereich. Dies würde eine enge Abstimmung mit Raumplanungsverfahren erfordern. Die Folgen Einwirkungen müssten zudem einzeln und in ihrem Zusammenwirken abgeschätzt werden. Berichterstattende mit vorwiegend technischem Hintergrund tendieren oft dazu, die als Gesetzesverträglichkeitsprüfung konzipierte UVP sehr pragmatisch auf die prospektive Abschätzung der Einhaltung der Grenzwerte zu reduzieren. Die VOBU prüft für umweltrelevante Massnahmen die umweltbezogenen sowie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen, ohne Priorisierung einer dieser Dimensionen. Sie wird aber nur für Massnahmen durchgeführt, für welche die Federführung beim Bundesamt für Umwelt liegt. Vorhaben im Zuständigkeitsbereich anderer Verwaltungseinheiten, beispielsweise bezüglich Infrastrukturbauten, Finanzwesen oder Forschung, unterliegen anderen Folgeabschätzungsverfahren. Die unterschiedlichen Elemente von Abschätzung künftiger Einwirkungen im Umweltbereich sind historisch gewachsen. Ihre Koordination ist allerdings nicht in jedem Fall sichergestellt. Ebenso fehlt eine systematische Überprüfung der Frage, inwieweit die prognostizierten Zukünfte auch eingetreten sind und wodurch die Abweichung von den angenommenen Szenarien zu erklären wäre.

3. Evaluation von Masterplan 100% Klimaschutz – Kommunen

Dominik Jessing; Ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH

Beim Masterplan 100% Klimaschutz handelt es sich um eine Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative für Kommunen (NKI). Diese sollen sich dem ambitionierten Ziel stellen, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 95 % gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren. Dazu wird ein Masterplan 100% Klimaschutz erstellt, in dem kommunale Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasen über die Zeitspanne bis 2050 angelegt werden. Diese betreffen Wirtschaft, Gesellschaft und kommunale Verwaltung gleichermaßen. Zur Erstellung eines Masterplans 100% Klimaschutz bedarf es einer Evaluation des Ist-Zustands, einer Prognose, in welchen Bandbreiten sich die Entwicklungen bewegen können, sowie einer Abschätzung, welchen Einfluss darauf lokale Aktivitäten und externe Rahmenbedingungen haben. Masterplan-Kommunen erstellen zunächst eine Energiebilanz der aktuellen Situation, in einem zweiten Schritt Szenarien für die Entwicklung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen, die zeitlich den Bereich bis 2050 abdecken und drittens einen Maßnahmenplan. Im Rahmen der Begleitung und Evaluation der NKI werden auch die Masterplan-Kommunen untersucht. Dabei werden alle drei Kernelemente des Masterplans betrachtet. Der Vortrag stellt zum einen die Masterplan-Entwicklung vor, in der auf Basis einer Evaluation des Ist-Zustandes ein Prozess zur Erreichung eines langfristigen, ambitionierten Klimaschutzziels eingeleitet wird. Zum anderen wird die Evaluation von Masterplänen mit ihren Möglichkeiten und Grenzen gezeigt und diskutiert.

 

 

Zuletzt geändert: 22. Oktober 2017