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Aktuelles

im AK FTI

Tagungsbericht: „Neue KI-Anwendungen für Monitoring und Evaluation von FTI-Politikmaßnahmen“

Frühjahrstagung 2026 des AK FTI (DeGEval)

Das Frühjahrstreffen 2026 fand am 25. Juni 2026  als Online-Veranstaltung statt. Thema war „Neue KI-Anwendungen für Monitoring und Evaluation von FTI-Politikmaßnahmen“. Es nahmen 47 Personen teil, darunter Evaluatoren sowie Vertreter:innen von Projektträgern und Ministerien.

Die Themenwahl folgte der Beobachtung, dass sich Rollen und Schnittstellen zwischen Auftraggebenden, Projektträgern und Evaluierenden durch Digitalisierung und KI verschieben. Ziel des Treffens war es, die Erwartungen und die tatsächliche Praxis aller drei Gruppen systematisch zu erfassen. Eingeleitet wurde der Workshop durch die Ergebnisse einer Mitgliederbefragung vom Februar 2026 (51 Teilnehmende) zur aktuellen Nutzung von KI für Evaluationen, sowie durch einen Überblick über die einschlägige internationale Literatur.

Zentrale Diskussionsfelder

Strukturierte und unstrukturierte Daten. KI eröffnet neue Auswertungsmöglichkeiten, macht zugleich aber bestehende Schwächen in Datenarchitektur, Metadaten und Datenqualität sichtbar. Als gemeinsamer Nenner zeichnete sich ein hybrides Vorgehen ab: KI sortiert vor, erkennt Muster und erstellt Voranalysen; fachliche Expert:innen prüfen, interpretieren und entscheiden.

Datenzugang und Data Warehouse. Sowohl auf Seiten der Ministerien als auch der Projektträger werden Data-Warehouse- bzw. Single-Point-of-Truth-Ansätze als zentrale Voraussetzung beschrieben. Die Nutzung für Auswertungen, insbesondere für programmübergreifende Portfolioanalysen werfen dabei auch nicht-technische Fragen auf: Zugriffs- und Nutzungsrechte, Datenschutz, Geschäftsgeheimnisse und ministerielle Vorgaben sind vorab zu klären.

Compliance und Verantwortung. Die Leitfrage „Welche Daten dürfen in welche Tools verarbeitet werden?“ wurde als eine zentrale Governance-Frage benannt. Statt einer pauschalen Entscheidung für oder gegen KI braucht es eine risikobasierte Datenklassifikation nach Schutzbedarf – diskutiert wurde unter anderem ein Ampelmodell sowie Positivlisten geeigneter Werkzeuge. Der Human-in-the-Loop-Grundsatz zog sich durch alle Beiträge: Verantwortung, Plausibilisierung und Entscheidung bleiben beim Menschen. Transparenz darüber, ob und wie KI eingesetzt wurde, gilt als Mindestanforderung.

Rollen und Schnittstellen zwischen Monitoring und Evaluation. Monitoring wird analytischer und erlaubt eine frühere Gegensteuerung im laufenden Programm; Evaluation behält ihre Funktion der unabhängigen Analyse, Bewertung und Kontextualisierung. Bessere Monitoringdaten können Evaluationen vorbereiten und Doppelbefragungen vermeiden – zugleich braucht es klare Rollen, damit Monitoring nicht unreflektiert Bewertungsfunktionen übernimmt und Evaluation ihre methodische bzw. institutionelle Distanz behält.

Fazit: Mehrere Teilnehmende sprachen sich für einen kontinuierlichen Austausch aus. Wissen zu KI-Governance, Datenschutz, Toolprüfung und Sicherheitsbewertung sollte nicht in jeder Organisation parallel neu aufgebaut werden. Ein zentrales Thema für den weiteren Austausch ist die Entwicklung gemeinsamer Leitplanken: Datenklassifikation, Positivlisten oder Empfehlungen geeigneter KI-Tools, Anforderungen in Ausschreibungen, Dokumentationsstandards und Beispiele guter Praxis.

Monitoring und Evaluation von FTI-Politikmaßnahmen mit innovativen KI-Anwendungen – Chancen für Projektträger, Evaluator:innen und Auftraggebende?