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Christelle Nowack

Sprecherin des AK Umwelt; Koordinatorin der Ad-hoc-Gruppe "Empfehlungen für Auftraggebende"

In unserem neuen Format Interview des Monats stellen wir in DeGEval...Mail und -Newsletter alle zwei Monate Personen vor, die sich aktiv in der DeGEval engagieren. Lernen Sie die Mitglieder des Vorstands und Sprecher:innen der Arbeitskreise besser kennen und erfahren Sie Insider-Infos zu aktuellen Themen und Aktivitäten in der DeGEval!

Was ist Ihre berufliche Rolle in der Evaluation?

Ich beschäftige mich im DLR Projektträger mit dem Evaluationsmanagement von Förderprogrammen im Naturschutz. Dazu gehören beispielsweise die Konzeption von Evaluations- und Monitoringsystemen und die Beratung von Projektumsetzenden und Programmakteur:innen rund um das Thema Evaluation und Erfolgskontrolle. Ich bin auch an der Planung von Evaluationsaufträgen beteiligt, teils unterstützt durch unser internes Kompetenzzentrum für Analysen, Studien und Evaluationen. Ich habe mich also intensiv mit dem Thema „Evaluationsaufträge“ beschäftigt und hier auch großen Unterstützungsbedarf für Auftraggebende erkannt. Dieser wird durch die bestehenden DeGEval-Empfehlungen aus dem Jahr 2007 meines Erachtens bei Weitem nicht konkret genug bedient. Daher habe ich mit meinen Kollegen aus dem Sprecherteam des AK Umwelt 2024 einen Antrag auf Einrichtung der Ad-hoc-Gruppe "Empfehlungen für Auftraggebende" (EfA) gestellt, dem die Mitglieder auch zugestimmt haben. Seitdem koordiniere ich die Gruppe.


Sie sind eine der Sprecher:innen des Arbeitskreises Umwelt und koordinieren die Ad-hoc-Gruppe Empfehlungen für Auftraggebende (EfA). Welche Themen prägen Ihre Arbeit dort derzeit?

In der Ad-hoc-Gruppe EfA haben wir einen Textentwurf für konkrete und aktuelle Empfehlungen erarbeitet, der alle Phasen von Evaluationsaufträgen von der Planung über die Durchführung bis zur Nutzung chronologisch beschreibt – ganz konkret, Schritt für Schritt. Der Textentwurf hat bereits einen Review-Prozess durchlaufen und befand sich bis zum 7. Juni in einem Online-Beteiligungsverfahren der gesamten Mitgliedschaft.
Unser Ziel ist es, das überarbeitete Dokument noch dieses Jahr der Mitgliederversammlung zur Verabschiedung vorzulegen – um Auftraggebenden möglichst rasch Unterstützung zukommen zu lassen.
Im AK Umwelt haben wir uns in letzter Zeit intensiv mit Wirkmodellen beschäftigt. Wir hatten uns im Jahr 2024 zum Ziel gesetzt, deren Verwendung im Umweltbereich zu fördern, was ich in meiner beruflichen Rolle beim DLR Projektträger auch gut umsetzen konnte. Wir haben sogar ein Wirkmodell für unseren AK entwickelt und dieses mit dem Wirkmodell der gesamten DeGEval verglichen. Ein Praxisbericht dazu erscheint voraussichtlich in der ZfEv-Ausgabe 2/2026.
Ein Thema, das mich persönlich viel beschäftigt hat und zu dem ich den Fachaustausch im AK besonders hilfreich fand, war Wirkungserfassung im Umweltbereich. Hieraus ist bereits eine ZfEv Publikation entstanden.


Wie können Interessierte an den Aktivitäten des AK Umwelt teilnehmen?

Wir führen regelmäßig AK-Treffen bei den Jahrestagungen und eine Frühjahrstagung durch. Wir sind mit aktuell 104 Personen ein eher kleiner, persönlicher AK. Weil uns der Fachaustausch und die Vernetzung sehr wichtig sind, führen wir unsere Frühjahrstagungen sehr niedrigschwellig durch: In der Regel finden sie virtuell statt und sind kostenlos. Hier kann man sich fachlich sehr gut vernetzen und Fragen, die einen im Evaluationskontext bewegen, mit den anderen diskutieren. Alle Interessierten können gerne teilnehmen; wir freuen uns auch über neue Gesichter.


Welche gesellschaftliche Bedeutung haben Evaluationen Ihrer Meinung nach?

Evaluationen tragen aus meiner Sicht methodisch transparent und nachvollziehbar zu einer Faktenorientierung bei. Das kann gerade in diesen Zeiten nicht hoch genug bewertet werden. Neben dieser methodischen Komponente – der Unterscheidung zwischen Evidenz und Bewertung – kann Evaluation auch dazu beitragen, dass durch Lernprozesse Mittel gesellschaftlich oder ökologisch effektiver eingesetzt werden können, indem zum Beispiel Maßnahmen auf Flächen auf optimale Weise umgesetzt werden und damit Umweltzustände verbessert werden.


Welches besondere Erlebnis, welche besondere Bekanntschaft verbinden Sie mit Ihrem Engagement in der DeGEval?

Ich bin von der Ausbildung her Biologin. Bevor ich 2018 in Dresden an meiner ersten Jahrestagung teilnahm, hatte ich mir als Quereinsteigerin schon einiges angelesen, um mich im Kontext Evaluation zurechtzufinden. Viele Personen, die bei der Jahrestagung aktive Rollen hatten, kannte ich daher schon aus ihren Publikationen und hatte das Gefühl „Wow, das sind echte Koryphäen!“. Dennoch waren das gar keine abgehobenen Persönlichkeiten, sondern einfach sehr nette Menschen! Die Atmosphäre auf den Jahrestagungen hat mir immer gefallen: Wissen und Erkenntnisse werden geteilt und Fragen diskutiert. Mein Gefühl nach den Jahrestagungen war stets: Ich bin auf einem guten Weg und mit meinen Fragen und methodischen Herausforderungen nicht allein. Dafür ist eine Fachgesellschaft wie die DeGEval ja so hilfreich: Man kann voneinander lernen und unterschiedliche Perspektiven kennenlernen. Für meine Aufgaben im DLR Projektträger nehme ich daraus einigen Erkenntnisgewinn mit.

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