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Call for Proposals

f├╝r die 27. DeGEval-Jahrestagung 2024 in Potsdam

Transdisziplinarit├Ąt: Impulse f├╝r und durch Evaluation!?

Aktuell sind gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen oftmals durch zwei gegenl├Ąufige Prozesse gekennzeichnet: Auf der einen Seite erreichen Transformationen der modernen Gesellschaft und die damit verbundenen Herausforderungen einen wachsenden Grad an Komplexit├Ąt und verlangen immer anspruchsvollere gesellschaftliche und politische L├Âsungen. Auf der anderen Seite beobachtet man das Bild eines ausdifferenzierten Systems wenig vernetzter wissenschaftlicher Disziplinen und einer zunehmend segmentierten wissenschaftlichen Forschungspraxis, die der Komplexit├Ąt der gesellschaftlichen Herausforderungen immer weniger gewachsen zu sein scheint. Somit wird es f├╝r Forschung und Wissenschaft permanent schwieriger, das erworbene Wissen in die Praxis, beispielsweise in politische Entscheidungsprozesse, zu transferieren.

In wissenschaftlichen Debatten wird in den letzten Jahren h├Ąufig das Konzept der ÔÇ×Transdisziplinarit├ĄtÔÇť beziehungsweise der ÔÇ×transdisziplin├Ąren ForschungÔÇť als ein m├Âglicher L├Âsungsansatz f├╝r die durch diese gegenl├Ąufigen Prozesse erzeugten Herausforderungen diskutiert.

Dabei zeichnen sich transdisziplin├Ąre Konzepte dadurch aus,

  • neue Formen der Wissensgenerierung zu erm├Âglichen,

  • unterschiedliche Wissenstr├Ąger:innen und Wissensformen von der Problemdefinition bis zur Umsetzung von komplexen realweltlichen L├Âsungen konstruktiv zusammenzuf├╝hren,

  • innovative Kommunikations-, Austausch- und Abstimmungsformate zu entwickeln, zu pr├╝fen und bereitzustellen sowie

  • ein grundlegendes Vertrauen zwischen den Akteur:innen aufzubauen und Lernprozesse anzuregen.

Wer regelm├Ą├čig Evaluationen, Monitoring oder Wirkungsanalysen durchf├╝hrt und/oder dazu forscht, bemerkt sofort die unmittelbaren Parallelen zwischen Transdisziplinarit├Ąt und dem Handlungsfeld Evaluation.

Theoretisch-konzeptionell fundierte Herangehensweisen, verschiedene Austauschformate und realweltliche Aufgabenstellungen sind in den praxisnahen Evaluationsfeldern die Regel, ebenso wie interdisziplin├Ąre und transdisziplin├Ąr arbeitende Evaluationsteams. Dabei treffen unterschiedliche Realit├Ąten von Wissenschaftsdisziplinen, Praxis, Alltagswelt und Politik unmittelbar aufeinander und regen einen Austausch ├╝ber Wissen und dessen Deutungen an. In der Folge lassen sich bei der Kommunikation zwischen Evaluierenden, Auftraggebenden oder Beteiligten immer wieder multiple Perspektiven, Missverst├Ąndnisse, Widerspr├╝che oder gar Br├╝che beobachten. Dies beginnt oftmals bereits bei der Definition des Evaluationsauftrags und setzt sich bis zu den aus Evaluationen abzuleitenden Handlungsempfehlungen fort. Zugleich f├Ârdern die in etlichen Evaluationsfeldern zum Einsatz gebrachten systemischen, integrativen oder partizipativen Evaluationsans├Ątze ├Ąhnliche Haltungen und Herangehensweisen, wie sie von transdisziplin├Ąren Ans├Ątzen postuliert werden, ohne sich jedoch explizit darauf zu beziehen.

Zwischen transdisziplin├Ąrer Forschung und Evaluation zeigen sich also, trotz ihrer sehr unterschiedlichen disziplingeschichtlichen Entwicklungen, offensichtlich gro├če Schnittmengen und vergleichbare Herausforderungen. Trotzdem wissen Vertreter:innen beider Disziplinen wenig ├╝bereinander. Um diese Themen diskutieren zu k├Ânnen, steht auf der 27. Jahrestagung das Thema ÔÇ×Transdisziplinarit├Ąt ÔÇô Impulse f├╝r und durch Evaluation!?ÔÇť im Zentrum. Zum einen soll es darum gehen, inwieweit in den unterschiedlichen Evaluationsfeldern bereits Erfahrungen mit transdisziplin├Ąren Ans├Ątzen oder sogar deren Evaluation vorliegen. Zum anderen interessiert die Frage, inwieweit bei Evaluationen oder in Evaluationsprojekten schon Wissen generiert oder Konzepte entwickelt wurden, die f├╝r die transdisziplin├Ąre Forschung hilfreiche Impulse liefern k├Ânnten.

Wie bereits bei den letzten Jahrestagungen freuen wir uns sowohl ├╝ber Beitragsvorschl├Ąge mit Bezug zum Tagungsthema als auch ├╝ber freie Einreichungen. Im Rahmen unseres Tagungsthemas w├╝rden wir (gerne anhand von Beispielen aus der Evaluationspraxis, aber auch aus theoretischer Perspektive) die folgenden Fragen und Themenstellungen diskutieren:

  • Inwieweit k├Ânnen Transdisziplinarit├Ąt oder transdisziplin├Ąre Konzepte f├╝r die Evaluation(sforschung) gute und geeignete Impulse liefern?

  • Welche Impulse bietet die Evaluation(sforschung) f├╝r die transdisziplin├Ąre Forschung?

  • Wie h├Ąngen Evaluation und Transdisziplinarit├Ąt zusammen? Was verbindet sie, und was trennt sie?

  • Wo und mit welchen Erkenntnissen sind transdisziplin├Ąre, integrative, systemische oder partizipative Herangehensweisen bei Evaluationen bereits fruchtbar im Einsatz und/oder inspirieren sich gegenseitig?

  • Welche Erfahrungen und Herausforderungen gibt es in Bezug auf transdisziplin├Ąre Evaluationen sowie die Evaluation von Transdisziplinarit├Ąt oder transdisziplin├Ąrer Forschung?

  • Inwieweit k├Ânnen Erkenntnisse aus der Evaluation(sforschung) Austausch- und Kommunikationsprozesse zwischen Wissenschaft und Praxis inspirieren?

  • Wie k├Ânnen die in Evaluationen praktizierten Umgangsformen und die Generierung von Wissensbest├Ąnden Impulse f├╝r transdisziplin├Ąre Ans├Ątze liefern?

  • In welchen Evaluationsfeldern sind die Synergien zwischen Transdisziplinarit├Ąt und Evaluation besonders fruchtbar?

Wir laden Sie herzlich ein, an der Diskussion in Potsdam aktiv teilzunehmen und Ihren Beitrag auf der Jahrestagung vorzustellen. Sie k├Ânnen Vorschl├Ąge zu zwei Beitragskategorien einreichen, die im Programm entsprechend ausgewiesen sein werden:

  1. Einreichungen zum Tagungsthema beziehen sich auf Aspekte des oben umrissenen Themenbereichs ÔÇ×Transdisziplinarit├Ąt - Impulse f├╝r und durch Evaluation!?ÔÇť und setzen sich mit ihnen wissenschaftlich, reflexiv oder praktisch und aus einer m├Âglichst fach- und politikfeld├╝bergreifenden Perspektive auseinander.

  2. Allgemeine Einreichungen: Explizit sind auch andere Beitr├Ąge mit Evaluationsbezug willkommen, die den Begutachtungskriterien gen├╝gen und die nicht direkt auf das Tagungsthema Bezug nehmen.

Die Beitragseinreichung ist ├╝ber die Konferenzseite der DeGEval m├Âglich. Zur Wahl stehen folgende Beitragsformate in deutscher oder englischer Sprache:

  1. Blitzvortrag: In einem Blitzvortrag wird ein noch laufendes oder bereits abgeschlossenes Forschungs- oder Praxisprojekt mit seinen innovativen Aspekten oder neuartigen Fragestellungen auf m├Âglichst allgemein verst├Ąndliche Weise dargestellt. Eine Blitzvortragssession besteht aus zehn f├╝nfmin├╝tigen Blitzvortr├Ągen, an die sich je drei Minuten Fragen anschlie├čen.

  2. Einzelvortrag: In Einzelvortr├Ągen werden evaluationsrelevante Themen praktisch, reflexiv und/oder wissenschaftlich betrachtet. Bevorzugt werden hier Beitr├Ąge mit einem theoretischen, methodischen oder methodologischen Fokus oder zur Forschung ├╝ber Evaluation. Wenn konkrete Evaluationsstudien oder -projekte vorgestellt werden, sollte der Schwerpunkt auf der Evaluationsebene liegen und die Gegenstandsebene nur soweit erforderlich thematisiert werden. F├╝r den Vortrag stehen ├╝blicherweise 20 Minuten und 10 Minuten Diskussionszeit zur Verf├╝gung. Einzelvortr├Ąge werden zu thematischen Sessions zusammengestellt (max. 3 Vortr├Ąge pro Session).

  3. Komplette Session: Komplette Sessions (90 Minuten) k├Ânnen als Vortragssession, als Podiumsdiskussion, Workshop oder in anderer Form konzipiert sein. Abstracts umfassen hier die Beschreibung der geplanten Session sowie aller beteiligten Beitr├Ąge und Personen (Sessions mit ÔÇ×NNÔÇť-Beteiligung werden in der Regel nicht akzeptiert). Bei einer Vortragssession sind kurze Inhaltsangaben der einzelnen Vortr├Ąge mit einzureichen sowie die Beteiligten bei Diskussionspanels inkl. Moderation zu benennen. Bitte reichen Sie diese dann gesammelt als einzelne Einreichung ein. Da politikfeldspezifische Sessions in der Regel bereits von den jeweiligen Arbeitskreisen der DeGEval gestaltet werden, zu denen teils eigene Calls erfolgen, werden Sessions bevorzugt, die eine klar politikfeld├╝bergreifende Perspektive aufweisen.

 

Bitte reichen Sie Ihr Abstract mit max. 2.500 Zeichen inklusive Leerzeichen (f├╝r komplette Sessions mit max. 5.000 Zeichen) bis zum 3. M├Ąrz 2024 ├╝ber unsere Konferenzhomepage ein und beachten Sie bitte dort die Hinweise zur Einreichung. Alle Beitr├Ąge werden in einem anonymen Review-Verfahren begutachtet. Folgende Kriterien werden beim Entscheid ├╝ber Einreichungen prim├Ąr herangezogen:

  1. Inhaltliche und methodische Qualit├Ąt

  2. Nachvollziehbarkeit des Abstracts (Problemstellung, Vorgehen, Hauptargumente, Evaluationsfokus, fachspezifische Aktualit├Ąt)

  3. Innovationsgehalt

  4. Politikfeld├╝bergreifende Perspektive

  5. Bezug zum Tagungsthema (nur bei Beitragskategorie 1)

Sie werden bis zum 31. Mai 2024 ├╝ber die Beitragsannahme informiert. N├Ąhere Informationen zur Tagung finden Sie hier.


Kontakt:

DeGEval - Gesellschaft f├╝r Evaluation e. V.

Wilhelm-Theodor-R├Âmheld-Stra├če 20
55130 Mainz

Tel. +49 (0) 6131 / 2173887
Mobil: +49 (0) 152 56123078

E-Mail: info@degeval.org
https://www.degeval.org/