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Aktuelles

im AK Verwaltung

Frühjahrstagung 2026 "KI in der Evaluation", 21./22. Mai 2026, Wien

Frühjahrstagung 2026 "KI in der Evaluation", 21./22. Mai 2026, Wien

Gemeinsame Frühjahrstagung der AKs Methoden in der Evaluation und Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Hochschule Campus Wien

Künstliche Intelligenz ist verglichen mit anderen Instrumentarien erst seit kurzer Zeit in aller Munde. Trotzdem ist sie kaum mehr wegzudenken und hat das Potenzial, die Praxis der Evaluation und Evaluationssysteme generell in vielerlei Hinsicht zu verändern (Hense 2025; Palfinger et al. 2025). Gleichzeitig gehen die technischen Entwicklungen derart rasant voran, dass es Individuen, Organisationen und politisch-administrativen Systemen oftmals schwerfällt, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Aus diesem Grund haben sich die Arbeitskreise “Methoden in der Evaluation” und “Verwaltung” der DeGEval aufgemacht, die Verbindungsstellen von KI und Evaluation, konkrete Anwendungen und Anwendungsfelder von KI in Evaluationen sowie Auswirkungen bezogen auf methodische, Verwaltungs- und Professionalisierungsfragen nachzuzeichnen.

Am 21. und 22. Mai 2026 veranstalten die beiden Arbeitskreise eine gemeinsame Frühjahrstagung zum Thema "KI in der Evaluation" in Zusammenarbeit mit der Hochschule Campus Wien in Wien, Österreich. Das vorläufige Programm zur Tagung finden Sie hier.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Rückblick auf die Frühjahrstagung und Ausblick auf die Jahrestagung 2025

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Rückblick auf die Frühjahrstagung und Ausblick auf die Jahrestagung 2025

Am 10. April 2025 fand die digitale Frühjahrstagung des AK Verwaltung unter dem Titel „Erwartungen und Anforderungen an Evaluation“ statt.  Drei Impulsvorträge eröffneten das Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: Nicolina Kirby (RIFS – Research Institute for Sustainability, Potsdam) berichtete von ihren Erfahrungen im Perspektivwechsel von der Evaluierenden zur Evaluierten; Ingo Dungs (ZEVA – Zentralstelle Evaluation, Landeskriminalamt NRW, Düsseldorf) schilderte die Herausforderungen wachsender Erwartungshaltungen an Evaluationen in der Polizei; und Felia Hünecke (Bundesrechnungshof, Bonn) beleuchtete die Rolle ihres Hauses als unabhängige Kontrollinstanz im Spannungsfeld von Transparenzanspruch und politischer Realität.

In den anschließenden Arbeitsgruppen wurden Erwartungen, Zielkonflikte und Enttäuschungen im Evaluationskontext vertieft diskutiert. Dabei zeigte sich, dass unerfüllte Erwartungen nicht nur individuelle Frustration hervorrufen, sondern auch tieferliegende Spannungen innerhalb organisationaler Entscheidungs- und Verantwortungsstrukturen offenlegen können. So berichteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwa von zähen Nachverhandlungen, sprachlichen Anpassungen, internen Blockaden sowie der Rolle von Hierarchien bei der Deutungshoheit über Evaluationsergebnisse.

Deutlich wurde dabei auch: Die Professionalisierung evaluativer Praxis beginnt nicht allein bei den Evaluierenden, sondern ebenso auf Seiten der Auftraggeber. Mit anderen Worten: Wer Evaluation ernst nimmt, muss nicht nur über Methoden sprechen, sondern auch über Macht, Verantwortung und darüber, was mit den Ergebnissen geschieht. Eine frühzeitige Verständigung über Ziele, Umgang mit Ergebnissen und realistische Erwartungshorizonte ist unerlässlich – gerade dort, wo interne und externe Akteure miteinander ringen, wo Sprache, Timing und institutionelle Logiken aufeinandertreffen.

Mit diesen Impulsen blicken wir gespannt auf die DeGEval-Jahrestagung im Herbst, bei der wir die Debatte unter dem Vorzeichen der Digitalisierung weiterführen möchten. Im Zentrum stehen dabei Fragen, wie digitale Prozesse Professionalisierung fördern oder behindern können – und welche Rolle dabei dem Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation zukommt. Dabei wollen wir auch den Blick auf mögliche Spannungsverhältnisse zwischen Automatisierung und evaluativer Urteilskraft richten sowie auf die Frage, wie sich institutionelle Verankerung in zunehmend digitalen Kontexten gestaltet.

Wir danken allen Beteiligten für ihre Beiträge und freuen uns auf ein Wiedersehen im Herbst – mit neuen Fragen, weiterführenden Gedanken und hoffentlich erneut so engagierten Diskussionen.