Sie sind hier:Home»Veranstaltungen»Jahrestagungen»Dresden 2018»Call for Proposals

Call for Proposals

„Wirkungsorientierung und Evaluation“

21. Jahrestagung 2018 der DeGEval – Gesellschaft für Evaluation e.V.
vom 12. bis 14. September 2018
an der Technischen Universität in Dresden


Call for Proposals

Die Forderung nach mehr Wirkungsorientierung hat in den vergangenen Jahren in verschiedenen Kontexten wachsende Bedeutung erlangt. Kern dieser Forderung ist, politische, administrative und organisationale Steuerungs- und Entscheidungsprozesse stärker als bisher an der Überprüfung der erzielten Wirkungen von Maßnahmen und Aktivitäten auszurichten.

In Österreich etwa ist die wirkungsorientierte Verwaltungsführung explizit im Bundesverfassungs- und Bundeshaushaltsgesetz verankert, während entsprechende Prinzipien in Deutschland Bestandteil des neuen Steuerungsmodells sind. Vorbild sind hier wie in vielen anderen Politikfeldern auch Managementansätze, die einer allgemeinen Produktionslogik folgen. Auch im Non-Profit-Bereich gewinnt das Thema Wirkungsorientierung an Bedeutung, da zunehmend eine Legitimation der gemeinnützigen Arbeit über den „Social Impact“ von Maßnahmen und Aktivitäten eingefordert wird.

Die Verschiebung von der Input-Steuerung, die vorwiegend über die Planung und Allokation von Ressourcen funktioniert, hin zu einer stärkeren Output- bzw. Outcome-Steuerung hat besondere Bedeutung für die Evaluation, da die Wirkungsüberprüfung traditionell eines der wichtigsten Elemente bei der systematischen Bewertung von Maßnahmen in Evaluationen darstellt. Der Nachweis von Wirkungen in Evaluationen ist allerdings aus verschiedenen Gründen problembehaftet, da „Wirkung“ begrifflich folgenreiche Implikationen beinhaltet.

Denn zu jeder Wirkung gehört eine Ursache, wodurch die Frage nach Wirkungen immer mit der Frage nach den sie auslösenden Bedingungen und damit mit der Frage der Kausalität verbunden ist. Klassisch kausalprüfende Evaluationsdesigns sind unter Praxisbedingungen jedoch oft nicht realisierbar oder stoßen an ethische Grenzen. Auch wird die Reduktion der untersuchten Wirkungszusammenhänge auf eine einfache unilaterale Ursache-Wirkung-Beziehung selten der sozialen Komplexität im Feld gerecht.

Daher ist auch die ausschließliche Beantwortung der Frage, ob eine einzelne Maßnahme (kausal) wirkt, in vielen Evaluationskontexten zu informationsarm, um hilfreich zu sein. Wichtiger vor allem für Verbesserungs- und Generalisierungszwecke ist oft die Frage wie Maßnahmen wirken. Damit stellt sich zusätzlich die Frage nach der Wirkungsweise von Evaluationsgegenständen, die seit Längerem in Kontext theoriebasierter Evaluationsansätze oder der Stichworte Wirkungsmodelle und  Wirkungsmechanismen diskutiert wird („what works for whom in what circumstances?“; Pawson, 2003).

Die 21. Jahrestagung der Gesellschaft für Evaluation will daher ein Forum zur Diskussion der verschiedenen wechselseitigen Beziehungen von Wirkungsorientierung und Evaluation bereitstellen. Eingeladen sind insbesondere Beiträge zu den folgenden Aspekten:

  • Wie verhalten sich wirkungsorientierte Steuerung und Evaluation zueinander? Wie verhält sich Evaluation zu Konzepten wie etwa Wirkungsanalysen oder Impact Assessments, die teils alternativ zu „Evaluation“ verwendet werden?
  • Was meinen wir genau mit  „Wirkung“ und „Wirkungsorientierung“? Gibt es ein unterschiedliches Verständnis von „Wirkung“ in verschiedenen Handlungsfeldern und Fachtraditionen? Welche Konsequenz hat das für die Evaluation?
  • Sollte sich Evaluation mehr auf den Kausalnachweis von Wirkungen konzentrieren oder eher auf die Aufhellung von Wirkungsmechanismen („what works for whom in what circumstances?“)? Kann sie beides gemeinsam leisten?
  • Was sind Möglichkeiten und Grenzen kausalprüfender Evaluationsdesigns? Welche alternativen Zugänge zur Aufhellung der Wirkungsfrage in Evaluationen stehen zur Verfügung? Können auch Designs jenseits des „gold standards“ (randomisierte Kontrollgruppendesigns) Wirkungsbehauptungen empirisch untermauern?
  • Welchen Beitrag können Programmtheorien, Wirkungsmodelle und Wirkungsmechanismen als Grundlage der Analyse von Wirkungszusammenhängen in Evaluationen leisten?


Wir laden Sie herzlich ein, an der Diskussion in Dresden teilzunehmen und Ihre Arbeit auf der Jahrestagung vorzustellen. Eingeladen sind Beiträge, die sich mit den oben genannten Fragen wissenschaftlich, reflexiv oder praktisch und möglichst mit einer fach- und politikfeldübergreifenden Perspektive auseinandersetzen. Daneben sind ebenso alle anderen Beiträge mit Evaluationsbezug willkommen, wenn sie zumindest in der Diskussion das Tagungsthema aufgreifen.

Die Beitragseinreichung wird ab dem 2. November 2017 über die Konferenzseite der DeGEval (https://www.conftool.com/degeval2018) möglich sein. Die Tagung bietet folgende Beitragsmöglichkeiten:

  • Blitzvortrag: In einem Blitzvortrag wird ein noch laufendes oder bereits abgeschlossenes Forschungs- oder Praxis-Projekt mit seinen innovativen Aspekten oder neuartigen Fragestellungen auf möglichst allgemein verständliche Weise dargestellt. Eine Blitzvortragssession besteht aus zehn fünfminütigen Blitzvorträgen, an die sich je drei Minuten Fragen anschließen.
  • Einzelvortrag: In Einzelvorträgen wird das Thema Evaluation entweder praktisch, reflexiv oder wissenschaftlich betrachtet: a. Evaluationen als Projekte mit praktischen Herausforderungen (Planung, Steuerung, Durchführung etc.), b. Evaluationen als Grundlage zur Reflektion und zum Generieren von (Meta-)Wissen über Evaluation (methodische, theoretische, methodologische Aspekte) oder c. Empirische Forschungsergebnisse über Evaluation (Evaluation als Forschungsgegenstand). Für den Vortrag stehen 20 Minuten und 10 Minuten Diskussionszeit zur Verfügung. Einzelvorträge werden zu thematischen Sessions zusammengestellt (max. 3 Vorträge pro Session).
  • Komplette Session: Komplette Sessions (90 Minuten) können als Vortragssession, als Podiumsdiskussion, Workshop oder in anderer Form konzipiert sein. Abstracts umfassen die Beschreibung der geplanten Session sowie aller beteiligter Beiträge und Personen (Sessions mit „NN“-Beteiligung werden in der Regel nicht akzeptiert). Bei einer Vortragssession sind kurze Inhaltsangaben der einzelnen Vorträge mit einzureichen sowie der/die ModeratorIn und ggf. DiskutantIn(nen) zu benennen. Bitte reichen Sie diese dann gesammelt als einzelne Einreichung ein. Komplette Sessions können in deutscher und englischer Sprache stattfinden. Da politikfeldspezifische Sessions in der Regel bereits von den jeweiligen Arbeitskreisen der DeGEval gestaltet werden, zu denen teils eigene Calls erfolgen, werden in der Regel komplette Session bevorzugt, die eine klar übergreifende Perspektive und/oder einen starken inhaltlichen Bezug zum Tagungsthema aufweisen.
  • Poster: Poster präsentieren entweder innovative Evaluationsvorhaben oder Forschungsarbeiten zu Fragestellungen, welche empirisch, konzeptionell, theoretisch oder methodisch behandelt werden. Es wird eine Posterführung bzw. eine moderierte Postersession stattfinden.


Bitte reichen Sie ihr Abstract mit max. 2.500 Zeichen inklusive Leerzeichen (für komplette Sessions mit max. 5000 Zeichen) bis zum 11. März 2018 über unsere Konferenzhomepage (https://www.conftool.com/degeval2018) ein und beachten Sie bitte die dort angeführten Hinweise zur Einreichung. Alle Beiträge werden in einem anonymen Review-Verfahren begutachtet. Folgende Kriterien werden beim Entscheid über Einreichungen u.a. herangezogen: Inhaltliche und methodische Qualität, Nachvollziehbarkeit des Abstracts (Problemstellung, Vorgehen, Hauptargumente, Evaluationsfokus, fachspezifische Aktualität), Innovationsgehalt, politikfeldübergreifende Perspektive und Bezug zum Tagungsthema. Sie werden bis zum 30.05.2018 über die Beitragsannahme informiert. Nähere Informationen zur Tagung finden Sie unter www.degeval.de/veranstaltungen/jahrestagungen/dresden-2018.
 

Kontakt:

DeGEval – Gesellschaft für Evaluation e.V.
Frau Natalie Emmerich
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
c/o Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ)
Colonel-Kleinmann-Weg 2, SBII, 04-543
D-55099 Mainz
Tel.: +49 (0) 6131 / 39-2 68 69
Fax: +49 (0) 6131 / 39-2 68 68
E-Mail: info@degeval.de
www.degeval.de
 


Den Call for Proposals können Sie sich hier als PDF herunterladen.

Zuletzt geändert: 29. September 2017