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Aktuelles

Frühjahrstagung zum Thema „Evaluation von Partizipationsprozessen im Spannungsfeld zwischen Alibi und Nutzen“ am 28.06.2019 (Universität Potsdam)

Einladung und Programm

Evaluation von Partizipationsprozessen im Spannungsfeld zwischen Alibi und Nutzen

Freitag, 28.06.2019 |10:00 – 17:00 Uhr

Universität Potsdam, Campus III – Griebnitzsee, August-Bebel-Straße 89, 14482 Potsdam, Haus 6, Raum S14

Bewohner- und Akteursbeteiligung sind aus der Stadt(teil-)entwicklung nicht mehr wegzudenken. Immer häufiger kommen informelle Verfahren zum Einsatz, um bei Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen eine Mehrperspektivität sicherzustellen, bedarfsorientiert(er) zu planen oder auch um den Bürger(inne)n ihre politischen Einflussmöglichkeiten zu verdeutlichen.

Doch inwieweit halten diese Beteiligungsverfahren das, was sie sich vornehmen oder versprechen? Wessen Interessen werden da vertreten? Inwieweit sind die Verfahren geeignet, die hoch gesteckten Ziele „der“ Partizipation zu erreichen? Sind die Ziele überhaupt immer klar?

Auf der Frühjahrtagung 2019 des AK Stadt- und Regionalentwicklung sollen deshalb Evaluationen von Beteiligungsverfahren und Partizipationsansätzen in Stadt(teil)entwicklungsprozessen im Fokus stehen.

Welche Wirkungen können identifiziert werden? Welche intendierten und nicht-intendierten Effekte haben die Partizipationsprozesse und deren Evaluierungen? Welche (stadtentwicklungspolitischen) Dynamiken können Beteiligungsprozesse entwickeln? Welchen Nutzen haben Beteiligungsprozesse und deren Evaluationen und für wen? Was wäre für welche Form von Beteiligungsverfahren eine geeignete Evaluationspraxis? Welche Erkenntnisse eröffnen systemische Ansätze der Evaluation? Diese und vergleichbare Fragen können auf der Frühjahrstagung behandelt werden.

Berichte von Evaluationsvorhaben und Reflexionen von Beteiligungsprozessen aus der Praxis bilden den Programmschwerpunkt am Vormittag. Auf jeden Vortrag folgt eine kurze Diskussion. Nachmittags erarbeiten die Teilnehmenden der Frühjahrstagung im Rahmen einer kollegialen Fallberatung Lösungen für konkrete Herausforderungen. Eine gemeinsame Diskussion schließt die Tagung ab.

Anmeldung bitte formlos bis zum 18. Juni 2019 per E-Mail an das Organisationsteam:

Patricia Berndt           berndt.patricia@stern-berlin.de

Moritz Maikämper      moritz.maikaemper@b-tu.de

Manfred Rolfes          mrolfes@uni-potsdam.de 
 

Um die Kosten für Verpflegung und Material zu decken, wird ein Betrag von 15 EUR pro Person erbeten (bar während der Tagung).

Ablauf (Stand 08.06.2019)

10:00-10:30 Uhr

Anmeldung und Begrüßung (Raum 3.06.S14)

1. Block: Input-Vorträge (10:30 - 13:00 Uhr)

Vortrag 1 (30 min)

Reflexion der Ex-post-Evaluation einer Perspektivenwerkstatt – methodische Herausforderungen und Grenzen

M. Maikämper    (BTU Cottbus–Senftenberg)

Vortrag 2 (30 min)

Leitlinien für Bürgerbeteiligung in Deutschland: Wie lassen sie sich evaluieren?

M. Trenél      (Zebralog Berlin)

11:30–12:00 Uhr

Pause

Vortrag 3 (30 min)

Gesundheitsförderung im Quartier – ein (Evaluations-) Feld mit Widersprüchen!?

R. Schattschneider (HAW Hamburg)

Vortrag 4 (30 min)

Wirkungen frühzeitiger informeller Bürgerbeteiligung am Beispiel des Stromnetzausbaus

L. Haberland (prognos ag)

13:00 - 14:00 Uhr

Mittagspause (1 h)

2. Block: Anliegen & „Fallberatung“  (14:00 - 16:00 Uhr)

 

14:00 – 16:00 Uhr

 

„Forum I“

 

Ein Realitätscheck: Inwiefern tragen die Grundsätze der Beteiligung zu einer guten Beteiligungskultur in Potsdam bei?

S. Finzelberg (mitMachen e.V.); F. Schmidt (Landeshauptstadt Potsdam)

 

„Forum II“

 

Bei Wunsch oder Bedarf:


Fallberatung aus dem Kreis der Teilnehmer der Frühjahrtagung

 

 

„Forum III“

 

Kooperative Beteiligungsstrukturen im Modellprojekt Rathausblock/Dragonerareal in Kreuzberg – Wie messbar ist die Wirksamkeit neuer Ansätze in der Beteiligung?

 

U. Dannel (S.T.E.R.N. GmbH)

16:00 – 17:00 Uhr

Ausklang - „Open Space“

17:00 Uhr

Ende

 

Beiträge am Vormittag

Vortrag 1

 

Reflexion der Ex-post-Evaluation einer Perspektivenwerkstatt – methodische Herausforderungen und Grenzen

Moritz Maikämper (BTU Cottbus–Senftenberg)

Perspektivenwerkstätten beziehen viele Akteure ein, um kooperativ Planungsstrategien zu entwickeln. Doch was passiert im Anschluss? Zwölf Jahre nach Durchführung einer Perspektivenwerkstatt in Essen – zu Baubeginn des beplanten Areals – wurde im Rahmen einer Diplomarbeit versucht, deren Wirkungen nachzuzeichnen und den Prozessverlauf unter Mitwirkung von Protagonisten der Planungs- und Umsetzungsphase zu bewerten. Dabei traten unerwartete und teils widersprüchliche Erkenntnisse zutage. Der Vortrag reflektiert die Ergebnisse und Vorgehensweise der Untersuchung und diskutiert darauf aufbauend methodische Herausforderungen und Grenzen von Ex-post-Evaluationen.

Vortrag 2

 

Leitlinien für Bürgerbeteiligung in Deutschland: Wie lassen sie sich evaluieren?

Matthias Trenel (Zebralog)          

 

 

 

Vortrag 3

 

Gesundheitsförderung im Quartier – ein (Evaluations-)Feld mit Widersprüchen!?

Ralf Schattschneider (HAW Hamburg)

Quartiere beeinflussen die Lebenschancen der Bewohner*innen und damit auch deren gesundheitliche Situation. Gesundheitsförderung im Setting Quartier setzt an dieser Stelle an und will entsprechende Verhaltens- bzw. Verhältnisänderungen erreichen. Die damit verbundenen Vorgehensweisen sind vielfältig und bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Aktivierung und Partizipation. Hinzu kommen Rahmenbedingungen, die nicht immer mit dem komplexen Gegenstandsbereich korrespondieren (können). Evaluationen müssen sich entscheiden, ob sie die inhärenten Widersprüche als Teil der Ausgangssituation mitführen oder sie ignorieren und damit einen Beitrag zur Reproduktion der Selbigen leisten. Kurzum: Der Blick in die Praxis inkl. ihrer Evaluation zeigt, dass Gesundheitsförderung im Setting Quartier voraussetzungsvoll ist. Damit ist zu diskutieren, mit welchen Schwierigkeiten und Widersprüchen das Feld konfrontiert ist und wie die (Evaluations-)Praxis damit umgehen kann.

Vortrag 4

 

Wirkungen frühzeitiger informeller Bürgerbeteiligung am Beispiel des Stromnetzausbaus

Lukas Haberland (prognos ag)

Je mehr Beteiligung, desto besser? An dieser einfachen Losung sind in doppelter Hinsicht Zweifel geboten: Kann man die Qualität von Beteiligungsprozessen am Grad ihrer Zielerreichung messen, wenn die Ziele von Beteiligenden und Beteiligten auseinanderklaffen? Und hat Beteiligung in Zeiten, da der Begriff zum Modewort geworden ist und die Grenze zu anderen Formen der Öffentlichkeitsarbeit fließend verläuft, zwingend einen über das jeweilige Projektziel hinausgehenden gesellschaftlichen Wert? Auf der Suche nach Antworten lohnt ein Blick in die Praxis. Lukas Haberland erörtert am Beispiel von Stromnetzprojekten im ländlichen Raum, wie es gelingen kann, dass Teilnehmer*innen an Partizipationsverfahren durch das Erleben von Prozesstransparenz und Selbstwirksamkeit Vertrauen in politische Entscheidungen und Gefallen an demokratischer Teilhabe wiederentdecken.

Anliegen & Fallberatung am Nachmittag

Forum I

 

Ein Realitätscheck: Inwiefern tragen die Grundsätze der Beteiligung zu einer guten Beteiligungskultur in Potsdam bei?

Sabine Finzelberg (mitMachen e.V.); Fanni Schmidt (Landeshauptstadt Potsdam)

Die Grundsätze der Beteiligung in Potsdam bilden die Richtschnur und Orientierung für gute Beteiligungsprozesse in der Stadt. Sie sind eine wichtige Arbeitsgrundlage für die WerkStadt für Beteiligung der Landeshauptstadt Potsdam sowie für den Beteiligungsrat. Die sieben Grundsätze sind: Verbindlichkeit in Beteiligungsprozessen, frühzeitige Einbeziehung, niedrigschwellige Informationsbereitstellung, angemessene Kommunikationskultur, Aktivierung der Einwohnerinnen und Einwohner, Förderung einer Anerkennungskultur und Herstellung von Chancengleichheit.

Anhand eines ausgewählten Beispiels wird die Frage beleuchtet, inwiefern die Grundsätze tatsächlich eine gute Beteiligungskultur in Potsdam ermöglichen und was noch fehlt, um gute Beteiligung in der Stadt zu erkennen und umzusetzen.

Forum II

 

--- Offenes Forum ---

 

Bei Wunsch oder Bedarf:


Fallberatung aus dem Kreis der Teilnehmenden der Frühjahrtagung

 

 

 

Forum III

 

„Kooperative Beteiligungsstrukturen im Modellprojekt Rathausblock/Dragonerareal in Kreuzberg – Wie messbar ist die Wirksamkeit neuer Ansätze in der Beteiligung?“

Ulrike Dannel (S.T.E.R.N. GmbH)

Im Sanierungsgebiet Rathausblock werden für die Entwicklung eines lebendigen Stadtquartiers mit leistbaren Mietwohnungen und einer guten Mischen von Wohnen, Gewerbe, Kultur und Gemeinwesen modellhafte Ansätze einer gemeinwohlorientierten Kooperation zwischen der Verwaltung und Zivilgesellschaft erprobt. Umfangreiche Kooperations-und Beteiligungsstrukturen wurden gemeinsam ausgehandelt und umgesetzt. Alle Beteiligten bringen viel Engagement und Ressourcen (Personal, Zeit, Finanzen) ein, die es zu evaluieren gilt. Sind die Ansätze so wirksam und modellhaft, dass sie auf andere Verfahren übertragen werden können? Stimmt das Verhältnis zwischen Einsatz von Ressourcen und Output? Welche Evaluationsmethoden können bei der Beurteilung helfen.

 

 

Anschrift

Begrüßung und Anmeldung in 3.06.S14 = Campus Griebnitzsee, Haus 6, Raum S14

Universität Potsdam, Campus III – Griebnitzsee, Haus 6, Raum S14

August-Bebel-Straße 89, 14482 Potsdam

https://www.openstreetmap.org/#map=18/52.39330/13.12901

Anfahrt ÖPNV

  • mit der Buslinie: 694 vom Potsdamer Hauptbahnhof
  • mit der Regionalbahn / S-Bahn: S-Bahn S7 oder Regionalbahn RB 21 (Griebnitzsee - Wustermark)

 

Zuletzt geändert: 08. June 2019
  • Prof. Dr. Manfred Rolfes

    Universität Potsdam
    Institut für Geographie
    Karl-Liebknecht-Str. 24/25
    14476 Potsdam
    Tel.: ++49 (+331) 977 23 05
    Fax: ++49 (+331) 977 27 17
    E-Mail: mrolfes@uni-potsdam.de

    Patricia Berndt

    S·T·E·R·N Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH
    Straßburger Straße 55
    10405 Berlin
    Tel.: +49 30 443636-91
    E-Mail: berndt.patricia@stern-berlin.de