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Aktuelles

Rückblick zur Frühjahrstagung des AK Stadt- und Regionalentwicklung am 28.Juni 2019 an der Uni Potsdam

Thema "Evaluation von Partizipationsprozessen im Spannungsfeld zwischen Alibi und Nutzen"

Bewohner- und Akteursbeteiligung sind aus der Stadt(teil-)entwicklung nicht mehr wegzudenken. Doch inwieweit halten diese Beteiligungsverfahren das, was sie sich vornehmen oder versprechen? Welchen Nutzen haben Beteiligungsprozesse und deren Evaluationen und für wen? Welche intendierten und nicht-intendierten Effekte haben die Partizipationsprozesse und deren Evaluierungen? Welche Wirkungen können identifiziert werden? Welche (stadtentwicklungspolitischen) Dynamiken können Beteiligungsprozesse entwickeln? Was wäre für welche Form von Beteiligungsverfahren eine geeignete Evaluationspraxis?

Diese und vergleichbare Fragen wurden auf der Frühjahrstagung des AK Stadt- und Regionalentwicklung am 28.06.2019 an der Universität Potsdam mit ca. 35 Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis behandelt. Berichte von Evaluationsvorhaben und Reflexionen von Beteiligungsprozessen aus der Praxis bildeten den Programmschwerpunkt am Vormittag. Nachmittags erarbeiteten die Teilnehmenden der Frühjahrstagung im Rahmen einer kollegialen Fallberatung Lösungen für konkrete Herausforderungen. Eine Open-Space-Diskussion rundete den Workshop ab.

Auf der Tagung stand der Austausch über Erfahrungen, gelungene Beispiele von Beteiligungsverfahren und die Frage nach deren Evaluierbarkeit im Mittelpunkt. Anhand der vier Input-Beiträge und der zwei Fallarbeiten zeigte sich die breite Palette an Beteiligungsverfahren, die in der Regional-, Stadt- und Quartiersentwicklung durchgeführt werden – sowohl inhaltlich (bzgl. der sektoralen Planungsfelder) als auch methodisch (u.a. informelle Beteiligungsformate vs. zunehmend institutionalisierte Beteiligungsprozesse auf Basis von Leitlinien).

Beteiligungsverfahren zeichnen sich demnach durch Komplexität und verschiedene Wirkungssettings (Akteursvielfalt) aus, wodurch im Kern immer wieder die Frage nach dem Ziel und Zweck sowohl von Beteiligung als auch von deren Evaluierung auftaucht. Wenn Beteiligungsverfahren und deren Evaluierung der Legitimation dienen, ist der Umgang mit Partikularinteressen vs. Gemeinwohlinteressen zu berücksichtigen, und es sind die jeweiligen akteursspezifischen Ziele der Beteiligungsverfahren transparent zu machen. Anhand der Beispiele zeigte sich, dass unklare politische Zielsetzungen und Rahmenbedingungen den Beteiligungsprozess oft erschweren und in der Praxis vielfach offene Beteiligungsverfahren ohne konkrete bzw. klar definierte Ziele zu beobachten sind. Damit einher gehen Fragen zum Nutzen von Beteiligung und zu deren Evaluierbarkeit (Zielerreichung und Wirkungsanalysen).

Das Themenspektrum konnte im Tagesworkshop in seiner Bandbreite aufgezeigt, interessante Aspekte eingebracht, aber in der Kürze der Zeit nicht hinreichend vertiefend diskutiert werden. Insbesondere der Austausch zwischen den Teilnehmenden aus Theorie und Praxis war spannend, wobei sich in den Diskussionen zeigte, dass zu Beteiligungsverfahren selbst und zur Methodik ihrer Evaluierung noch viel zu untersuchen bleibt. Die Diskussion zu den eingebrachten Fragen wird fortgeführt werden. Die Methode der kollegialen Fallarbeit ist dabei von den Teilnehmenden als ein besonders wertvolles und gelungenes Format zur Bearbeitung konkreter Fragen aus der Praxis eingeschätzt worden.

Folgende Themen wurden vorgestellt und diskutiert:

Input-Vorträge

Anliegen- & Fallberatung

  • Ein Realitätscheck: Inwiefern tragen die Grundsätze der Beteiligung zu einer guten Beteiligungskultur in Potsdam bei? (Fanni Schmidt, Landeshauptstadt Potsdam)
  • Kooperative Beteiligungsstrukturen im Modellprojekt Rathausblock/Dragonerareal in Kreuzberg – Wie messbar ist die Wirksamkeit neuer Ansätze in der Beteiligung? (Ulrike Dannel, S.T.E.R.N. GmbH, Berlin

Bei weiterführendem Interesse zur Veranstaltung können Sie sich auch gerne an die AK-SprecherInnen wenden.

Ausblick

Es wird eine Dokumentation der Tagung in der Reihe „Potsdamer Geographie Praxis“ (Bd. 16) geben (voraussichtliche Veröffentlichung 1. Quartal 2020).

Zuletzt geändert: 23. August 2019
  • Prof. Dr. Manfred Rolfes

    Universität Potsdam
    Institut für Geographie
    Karl-Liebknecht-Str. 24/25
    14476 Potsdam
    Tel.: ++49 (+331) 977 23 05
    Fax: ++49 (+331) 977 27 17
    E-Mail: mrolfes@uni-potsdam.de

    Patricia Berndt

    S·T·E·R·N Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH
    Straßburger Straße 55
    10405 Berlin
    Tel.: +49 30 443636-91
    E-Mail: berndt.patricia@stern-berlin.de