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Frühjahrstagung 2019 AK Methoden: Kausalität und Plausibilität – Evaluation zwischen Wissenschaft und Praxis

Wir freuen uns Ihnen hiermit die Frühjahrstagung 2019 des AK Methoden mit dem Titel

Kausalität und Plausibilität – Evaluation zwischen Wissenschaft und Praxis

vorankündigen zu können. Die Tagung wird am 21.6. und 22.6. in Wien stattfinden. Sie wird voraussichtlich am Freitag, den 21.6., um 12 Uhr beginnen und am Samstag, den 22.6., gegen 14 Uhr enden. Um dem Thema gerecht zu werden wird die Tagung von der Austrian Development Agency und dem Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien gemeinsam ausgerichtet. 

 

Zum Tagungsinhalt:

Evaluatorinnen und Evaluatoren stehen heute mehr denn je vor der Aufgabe, den wissenschaftlichen und methodischen Ansprüche an Evaluationen gerecht zu werden. Per Definition müssen Evaluationen den Anforderungen wissenschaftlicher Güte entsprechen, sind somit ‚angewandte Wissenschaft‘. Die Frage adäquater Methodenanwendung ist Evaluierungen somit inhärent und war folglich von Beginn an Gegenstand intensiver Diskussionen. Ein zentrales und wiederkehrendes Thema betraf den Einsatz adäquater Methoden zur Kausalitätsanalyse, infolgedessen diverse Ansätze aufgezeigt wurden: Neben dem vermeintlichen Gold-Standard experimenteller Ansätze und quasi-experimentellen Designs stehen mittlerweile mit theoriebasierten Evaluationsansätzen auch wissenschaftstheoretische Alternativen zur Verfügung, die nicht auf der Untersuchung eines Kontrafaktums beruhen.
Dennoch unterscheiden sich insbesondere Kausalitätsanalysen im Rahmen von Evaluationen in der Praxis teilweise stark von wissenschaftlichen Studien: Einschränkungen in der Umsetzung anerkannter Methoden werden häufig mit Hinweis auf einen Unterschied zwischen Wissenschaft und Praxis als unumgänglich gesehen und auf ‚Plausibilität‘ bzw. ‚Plausibilitätsüberlegungen ‘verwiesen. Plausibilität wird hierbei gewissermaßen als ‚alternative Methode‘ zu den in der Wissenschaft angewandten Methoden und Designs bzw. als zulässige Alternative zu gängigen wissenschaftlichen Gütekriterien beschrieben. Durch den Bezug auf Plausibilität soll die Reliabilität und Validität von Evaluierungsergebnissen gewahrt werden. Plausibilität wird jedoch nicht näher definiert und dementsprechend unterschiedlich und in Abhängigkeit der Evaluierenden genutzt. Letztendlich ist ungeklärt, was konkret unter ‚Plausibilität‘ verstanden wird. Ungeklärt ist auch, welcher konkrete Unterschied zwischen Wissenschaft und (Evaluation-)Praxis existiert, der Plausibilität erfordern könnte, und inwieweit dies mit einer geringeren methodischen Qualität von Evaluationen einhergeht.
Zur Schließung dieser definitorischen Lücke soll die Frühjahrstagung 2019 des AK Methoden einen Beitrag leisten. Vor der übergeordneten Frage, ob und wie sich Evaluationen in methodischer Hinsicht von wissenschaftlichen Studien unterscheiden, soll aus verschiedenen fachlichen Perspektiven der Begriff der Plausibilität beleuchtet und diskutiert werden, inwieweit Plausibilität wissenschaftlicher Güte entsprechen kann und welche Mindeststandards gegeben sein müssen. Damit soll zeitgleich eine Diskussion über potentielle Grenzen zwischen Wissenschaft und Evaluation und ihrer Überwindung geleistet werden.

Prof. Dr. Alexandra Caspari

Evaluationsforschung, Methoden der empirischen Sozialforschung und Statistik Fachbereich 4, Soziale Arbeit und Gesundheit
Frankfurt University of Applied Sciences
Nibelungenplatz 1,
D-60318 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69-01533-2660
E-Mail: caspari@fb4.fra-uas.de

Dr. Jan Tobias Polak

Leiter Evaluierung & Statistik
Austrian Development Agency (ADA)
Zelinkagasse 2
A-1010 Wien
Tel.: +43 (0)1 90399-2521
E-Mail: tobias.polak@ada.gv.at